#1 Morgenthau, Siemens, Stuttgart 21, Terror, Wut von Caddy 13.10.2010 12:08

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Morgenthau, Siemens, Stuttgart 21, Terror, Wut
9. Oktober 2010 von admin

Angst und Wut machen blind

Wieder Terrorwarnungen aus den USA. Die Berliner Nobelherberge Adlon, ein Bahnhof oder gar der Bundestag könnten das Ziel islamischer Terroristen sein. „Könnte“, das klingt wie Greenpeace, – „könnte“, das kann alles sein. Etwas Sicheres erfährt man nicht. Irgendein Islamist mit deutschem Pass sei in Pakistan (tot oder lebendig) erwischt worden und der habe geplaudert. Gut unterrichtete Geheimdienstkreise, in erster Linie Mossad, und selbst zuständige deutsche Dienststellen geben Entwarnung. Warum macht die US-Regierung so etwas? Es gibt drei mögliche Antworten. 1. Sie weiß etwas, will aber nichts Genaues sagen, 2. Sie tut so, als wüsste sie etwas, um planende Terroristen zu verunsichern (naive Erklärung!). 3. Sie plant selbst etwas wie 9/11 in Deutschland, um die Stimmung gegen Islamisten über Sarrazin hinaus anzuheizen. 1 und 3 könnten Ablenkungsmanöver sein.

Ablenkung in Deutschland wovon? Etwa vom Morgenthau-Plan? Im September 1944 hatte der damalige amerikanische Finanzminister Henry M. Morgenthau in einem Memorandum die von Dexter White ausgearbeiteten Pläne der Regierung FD Roosevelts zur Entindustrialisierung Deutschlands vorgelegt. Die von der US-Elite bald als vordringlicher angesehene Bekämpfung ihres bisherigen Verbündeten, UdSSR, kam nach dem Tode Roosevelts der abschließenden Realisierung des Plans zuvor. Für das „Containment“ der Russen wollte Nachfolger Truman auch auf die Deutschen zurückgreifen und ließ sie wiederaufbauen. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks in den achtziger Jahren braucht man die Deutschen nicht mehr und der alte Morgenthauplan konnte in neuer Form wieder zum Leben erweckt werden. Nur wird er nicht von der Besatzungsmacht durchgeführt, sondern – angestoßen von den Nachkriegs-Kämpfern gegen die Vorkriegs-Nazis, der rot-grünen Linken – von der Bundesregierung selbst.

Angela Merkel will den deutschen Ausstoß von Kohlenstoffdioxid (CO2) bis zum Jahre 2050 auf 20% des derzeitigen senken und rechtfertigt das als „Klimaschutz“, obwohl bis heute ein naturwissenschaftlich stichhaltiger Beweis für die deutliche Klimawirksamkeit von CO2 fehlt und die seit 10 Jahren sinkenden Weltdurchschnittstemperaturen trotz steigernder Werte des Spurengases CO2 die Computerhochrechnungen praktisch widerlegen. Trotz dieser Widerlegungen und obwohl die CO2-Klimathese durch massive Betrügereien diskreditiert ist, stützt die Bundesregierung darauf ihr am 6. September veröffentlichtes Energiekonzept. Dieses verlangt nicht nur von Hausbesitzern, ihre Häuser bis 2050 „energieneutral“ zu machen. Ein solcher Versuch soll nach heutigen Preisen bei einem Einfamilienhaus an die 150.000 € kosten, bei Mietswohnungen etwas weniger. Er sorgt aber für feuchtes Mauerwerk, das deutlich früher zerfällt. So werden die Mieten, wie von der Kanzlerin bereits billigend angekündigt kräftig steigen. Entscheidend ist aber, dass mit dem Konzept energieintensive Grundstoffindustrie von Aluminium, Stahl, sonstige Metalle, Glas, Zement bis hin zu Chemiegrundstoffen und mit ihr die Arbeits-Plätze und -Einkommen außer Landes getrieben werden. In diesen Industriezweigen ist die Energieausnutzung bis auf 3% an die physikalische Grenze herangetrieben worden. Da gibt es kein „Effizienzsteigern“ mehr.

Sich über das Europäische Emissionshandelssystem CO2-Emissionslizenzen zu erwerben, macht den Betrieb der Anlagen in Deutschland im internationalen Wettbewerb zu teuer. Länder im Fernen Osten, Russland oder Brasilien (wo deutsche Firmen bereits Stahl kochen) werden die auswandernde deutsche Grundstoffindustrie mit offenen Armen empfangen und mit eigenen Arbeitskräften weiterarbeiten lassen. Das ist nicht etwa eine unbedachte Folge einer dümmlichen politischen Klimaschutz-Planung sondern Programm. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen der Großen Koalition hatte schon 2001 in seinem Gutachten als Voraussetzung der „ökologischen Modernisierung“ die Abwanderung energieintensiver Industrien und den verstärkten Import von elektrischem Strom gefordert. Waren etwa der „Siemens-Skandal“, der die Führung in dem mit Kerntechnik und High-Tech befassten Konzern austauschte und ihm eine klimaschützende Ausrichtung verpasste, und ähnliche, weniger spektakuläre Umstellungen in anderen deutschen Großkonzernen bereits Ergebnis dieser Neuausrichtung?

Die Frage, wer diese zusätzlichen Importe, die Versorgung der Arbeitslosen und die Löhne in der Klimaschutz-Industrie (soweit sie nicht auch schon wie bei Photovoltaik-Paneelen ins Ausland verlagert wurde) bezahlt, übersteigt den Horizont der Gutachter und Politiker. Das Gleiche gilt für Überlegungen, wie „umweltfreundlich“ die Aufstellung der Windturbinen (Vogel-Guillotinen), flächendeckender Photovoltaik-Anlagen, das Durchsieben von Bergen an Gestein, um die seltenen Erden für die Herstellung der Paneele, der Hybrid-Batterien oder der zusätzlichen Stromnetz-Schaltanlagen, das Aufgraben der Berggipfel zur Anlage von Pumpspeicherwerken, der Ausbau der Stromnetze usw. tatsächlich sind. Waren diese Belastungen vielleicht der Grund, weshalb die EU ihre „Vorreiterrolle im Klimaschutz aufgibt” wie uns die FAZ am 17.9. ganz klein untern links auf Seite 12 mitteilte. Wenn das so wäre, könnte die Bundesregierung ihr Energiekonzept aufgeben, wenn dem nicht ein neuer, wohl umbenannter Morgenthau-Plan und hörige Politiker und Protestler im Weg stünden.

Gegen das unsinnige Vorhaben der Bundesregierung regt sich dank jahrzehntelanger Medienvorarbeit kaum Widerstand. Und wo er sich vielleicht noch bei Leuten meldet, die sich ein Leben ohne Industrie kaum vorzustellen vermögen, erfahren wir es von unseren gleichgeschalteten Medien nicht. Aber massiver Widerstand wird gegen die Verlegung des Stuttgarter Bahnhofs unter die Erde angeheizt und zwar von den gleichen Rot-Grünen, die die Verlegung des Überlandstromnetzes unter die Erde zu unvergleichlich höheren Kosten (als Gegenleistung an Siemens für die grüne Neuausrichtung der Firma) fordern.

Der Stuttgarter Kopfbahnhof belegt etwa 100 ha Innenstadtfläche mit unzugänglichen Gleisen, er ist eines der größeren Hindernisse im Eisenbahnverkehr Europas. Ihn unter die Erde zu verlegen, wäre eine großartige Infrastruktur-Investition für Stuttgart und Europa (nicht die beste, der Ausbau des Transrapid-Netzes wäre eine bessere und deutlich umweltfreundlichere, die aber von der rot-grünen Klientel erfolgreich verhindert wurde). Das Bauvorhaben Stuttgart 21 wurde weit über 10 Jahre lang diskutiert, das Planungsverfahren mit Beschlüssen vom Bundestag bis zum Stadtrat und nach den Auftragsvergaben der vergangenen Jahre abgeschlossen. Da treten plötzlich Straßenkämpfer, die aus dem ganzen Land mit Bussen herangekarrt werden, in Aktion. Sofort spannt sich Rot-Grün mit anderen Verhinderern wie die Deutsche Umwelthilfe e. V. vor den Karren und engstirnige Anwohner, die der Baulärm stört, ziehen verständlicherweise mit.

Woher die späte plötzliche Erkenntnis nach all den Jahren, und was außer „verhindern“ wird bezweckt? Die Kosten seien zu hoch (wenn man die Bodenpreise des dazugewonnenen innerstädtischen Ansiedelungsbereichs nicht gegenrechnet). Die Kosten gehen an Baufirmen und Lieferanten, die sie zum großen Teil als Arbeitseinkommen (statt Hartz IV- oder Intellektuellen-Alimentationen) ausschütten. Wo waren die Demonstranten, als die Bundesregierung das 450 Mrd. € Paket zur Glattstellung von Spekulanten und ihrer Finanzinstitutionen (z.B. die HRE-Bank) schnürte, Gelder, die nicht der Wertschöpfung, sondern bei genauerem Hinsehen sogar der Verhinderung von realen Investitionen und Wertschöpfungen dienen. Sollte diese Diskrepanz nicht Anlass sein, etwas über den Charakter der Demonstrationen und ihrer Initiatoren nachzudenken? (Die Mitläufer kann man vergessen, die wollen „nur Gutes“ und reagieren gedankenlos wie dressierte Hunde auf indoktrinierte Sprüche und wehren sich militant gegen jeden Versuch, sie mit Argumenten zum Nachdenken zu bringen).

Die Stuttgarter Bahnhof-Aktion wurde besonders vom Compact.de Netzwerk entfacht. Es handelt sich dabei um eine 2004 ausgelagerte Gruppe von ATTAC, die nach Greenpeace-Modell aufgebaut wurde und operiert. Die kleine Kader-Gruppe, die über ein erstaunliches Budget verfügt, hat in wenigen Jahren (nach eigenen Angaben) 4000 Aktivisten an der Hand, die auf Kommando Aktionen in Gang setzen, und stützt sich auf über 300.000 Sympathisanten (Empfänger ihrer Rundschreiben, nichts weiter). Die Aktionen richten sich neben anderen „Widerstands“-Aktivitäten vor allem gegen Kohle- und Kernkraftwerke.

Woher stammt das Budget? Nach eigenen Angaben stammt es von Spendern. Tatsächlich stammt ein Großteil aus Zuwendungen von der Ende 2007 neu gegründeten European Climate Foundation (ECF), in dessen Beirat Vorstandsmitglied der ehemals Deutschen Bank, Caio Koch-Weser, über die Geldzuteilungen wacht. Ihr Geld bezieht die ECF von Hedge-Funds und Superreichen, um es an Klimaaktivisten wie Compact.de weiterzuleiten. Sinniger Weise sitzt Koch-Wesers Ehefrau mit dem irrsinnig langen Namen Maritta Rogalla von Bierstein-Koch-Weser im Beirat der Compact Gruppe. Spender sind u.a. Hedgefunds wie TCI (für die Friedrich Merz CDU gearbeitet hat), EcoFin Ltd. oder der Arcadia Fund, in dessen Beirat man Lord Jacob Rothschild findet. Mit von der Partie sind allerlei Foundations europäischer und kanadischer Milliardäre, wie Mc Call, Mac Bain, oder Allan Parkers Oak-Foundation, oder Privatspender die Erbin von Tetra Pak, Lisbet Rausling. Ein großer Teil der Gelder für die Klimaschutz-Protest-NGOs stammt sogar direkt aus Steuergeldern der EU. Das dokumentieren Caroline Boin und Andrea Marchesetti auf 23 Seiten ihrer gut belegten Studie „Friends of the EU“ unter http://www.policynetwork.net.

Auf das Spendeneintreiben von Reichen ist im Compact Vorstand das Attac Mitglied Dr. Felix Kolb spezialisiert, der dem eigenen Vernehmen nach selbst aus reichem Haus stammt und sich hauptamtlich auf Lobbyarbeit spezialisiert hat. Neben ihm im Vorstand sitzt Dr. Günter Metzges, der auf die Einflussnahme von NGOs (Nichtregierungsorganisationen) auf Intern. Verhandlungen spezialisiert ist. Chef ist Christoph Bautz. Er hat sein Handwerk anhand der vom Spekulanten Soros finanzierten MoveOn.org gelernt, die Obama an die Macht gebracht und die „bunte“ Revolutionen im Osten mitfinanziert und gesteuert hat.

Die Morgenthau-Politik wird also nicht in erster Linie von verkappten Kommunisten oder Sozialisten betrieben, wie viele Konservative mit Schaum vor dem Mund glauben, auch nicht nur von irregeleiteten Menschen mit grünen Urlaubfantasien, sondern von der spekulativen Finanz-Wirtschaft, um Gelder aus der Produktion auf die Finanzmärkte umzulenken. Aber selbst die Großindustrie finanziert solche Bemühungen nicht nur aus PR Gründen oder um sich konkurrierende mittelständische Unternehmen vom Hals zu schaffen, sondern im Zuge der von wenigen Supersuperreichen (Vgl. Hans-Jürgen Krysmanski, Hirten & Wölfe. Wie Geld- und Machteliten sich die Welt aneignen) vorgegebenen gesellschafts- und welt-politischen Ziele. Sie bedienen sich zur Durchsetzung der Ziele links- und rechts-indoktrinierter Unzufriedener, die mitmachen, weil sie meinen, dadurch ihrer unmittelbaren Herrenschicht eins auswischen zu können. Sie sehen weder, dass die vermeintlichen Herren (Topmanager, Politiker, Reiche), auf die sie Wut haben, nur Mietlinge dieser wenigen hundert Superreichen sind, noch dass sie den Zielen der Superreichen direkt zuarbeiten.

Quelle: http://www.spatzseite.com/

#2 RE: Morgenthau, Siemens, Stuttgart 21, Terror, Wut von Caddy 27.10.2010 15:49

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Stuttgart 21: Entwicklung ist verboten
Gerhard Wisnewski

Warum hat sich eigentlich noch niemand darüber gewundert, dass der Mainstream den geplanten Tiefbahnhof von Stuttgart hasst? Glaubt wirklich jemand, dass Reinhold Beckmann zusammen mit der Süddeutschen Zeitung dem originären Bürgerwillen zum Durchbruch verhelfen will? Natürlich nicht. In Wirklichkeit haben die üblichen Kampagnenmedien dem neuen Bahnhof dem Krieg erklärt. Wie so oft folgen sie einer globalen Agenda. Und die heißt: Entwicklung ist verboten.





Ist das nicht toll? Der Mainstream beteiligt sich am Aufstand gegen Stuttgart 21! Den Galionsfiguren der »Bewegung« wird seit Monaten der ganz große Bahnhof bereitet. Egal ob Süddeutsche, Beckmann oder Maischberger – überall bekommt die Protestbewegung eine Bühne und wächst so stark an, dass niemand mehr an ihr vorbeikommt. Für die Süddeutsche steht der geplante Stuttgarter Bahnhof schlicht für den »Irrsinn deutscher Verkehrspolitik«.

Dass sich damit die üblichen Propagandamedien auf das Bahnhofsprojekt einschießen, sollte uns allerdings zu denken geben. Dieselben Medien, die eben noch Thilo Sarrazin in Grund und Boden stampften, loben die Protestbewegung gegen Stuttgart 21 plötzlich in den Himmel. Und das kann nur heißen: Der Protest gegen den neuen Stuttgarter Tiefbahnhof ist politisch zutiefst korrekt und demnach kein Protest, sondern eine Kampagne. Der Kampagnenjournalismus hat sich plötzlich ein modernes Verkehrsprojekt als Zielscheibe herausgesucht.



Entwicklung ist verboten
Und nun sorgt auch noch der CDU-»Querdenker« Heiner Geißler mit seinen »Vermittlungsgesprächen« für »wahre Demokratie«. Wahre Demokratie kann es aber nur in geistiger Freiheit geben. Genau die gibt es aber hierzulande nicht. Die Massen haben kein kreatives, sondern ein reaktives Bewusstsein, das auf bestimmte mediale Auslöser reagiert. Die Vermittlungsgespräche sind auch keine Vermittlung, sondern sollen das Vorhaben weiter zerreden und Millionen von Menschen in den Diskussionsprozess hineinziehen. Stuttgart 21 wird plötzlich zur nationalen Frage erklärt, bei der jeder mitreden kann und auch soll. Nach dem Motto: Viele Köche verderben den Brei. Und genau deshalb möchte man hier so viele Köche wie möglich dabei haben und so viel Sand ins Getriebe schaufeln wie möglich.

Die Wahrheit ist: Entwicklung ist in Deutschland verboten. Wer auch immer etwas entwickeln will, kriegt es mit hurtig aus dem Boden gestampften Bürgerbewegungen zu tun. Insbesondere große Infrastrukturprojekte wie Flughäfen, Wasserstraßen und Eisenbahnverbindungen, nach denen sich der Rest der Welt »sämtliche Finger schlecken« würde, sind des Teufels. Während jede vernünftige Regierung Wirtschaft und Verkehr in einem Ministerium bündelt, weil die Verkehrswege das Kreislaufsystem der Wirtschaft sind, werden Verkehrswege und -knoten hierzulande bekämpft – und zwar buchstäblich zu Wasser, zu Lande und in der Luft.



Rhein-Main-Donau-Kanal: Schützenhilfe durch NATO-Bomber
Auch dem Rhein-Main-Donau-Kanal, der visionären europäischen Wasserstraße von Rotterdam bis zum Schwarzen Meer, wurde von sogenannten »Umweltschützern« der Krieg erklärt – obwohl es kaum einen umweltfreundlicheren Güterverkehr als den auf dem Wasser gibt. Wie eine dicke Aorta sollte die Wasserstraße den Seehafen Rotterdam mit dem deutschen Ruhrgebiet und weniger entwickelten »Ostblockländern« wie Kroatien, Rumänien und Bulgarien sowie mit den Schwarzmeer-Anrainern Türkei, Ukraine, Russland und Georgien verbinden. Auch bei diesem Verkehrsprojekt wurde über einen Bauabbruch verhandelt, und zwar 1982 unter dem SPD-Bundesverkehrsminister Volker Hauff. Eine 1981 durchgeführte Nutzen-Kosten-Rechnung hatte ein Güteraufkommen von lediglich 2,7 Millionen Tonnen pro Jahr auf dem zentralen Teilstück Main-Donau-Kanal prognostiziert.


Rhein-Main-Donau-Wasserstraße von Rotterdam zum Schwarzen Meer

Eine Studie aus dem Jahr 1982 schätzte das Güteraufkommen auf 5,5 Millionen Tonnen per anno. Nach Fertigstellung des Main-Donau-Kanals erreichte das Güteraufkommen dann bis zu 8,5 Millionen Tonnen. Auf seine volle Leistungsfähigkeit kam der Wasserweg wegen des Widerstandes gegen den Ausbau einer verbliebenen Engstelle zwischen Straubing und Vilshofen allerdings nie. Ein entsprechendes Raumordnungsverfahren »wurde mit immer neuen Widerständen und Vorschlägen über angeblich sanfte Ausbaumaßnahmen durch den Verbands-Naturschutz begleitet und behindert«, schrieb der inzwischen verstorbene Vorsitzende des Deutschen Wasserstraßen- und Schifffahrtsvereins Rhein-Main-Donau (DWSV), Wilhelm Doni. Es habe »eine wahrhaft babylonische Sprachenverwirrung« eingesetzt, »die alles und jedes Argument gebrauchte und missbrauchte« und »die mit Heimatgefühlen und Horrorszenarien hantierte«. 1999 erhielt die »Bürgerbewegung« gegen den Rhein-Main-Donau-Kanal quasi Schützenhilfe durch NATO-Bomber, die im Kosovokrieg scheinbar sinnlos Donaubrücken zerstörten. In Wirklichkeit sorgten sie damit dafür, dass die etwa 3.500 Kilometer lange Wasserstraße auf Jahre hinaus nicht mehr durchgängig befahrbar war.



Flughafen München II: Haupthassobjekt von Medien und »Umweltschützern«
Der Flughafen München II war jahrelang ebenfalls ein Haupthassobjekt von »Umweltschützern«. Gegen den ersten Planfeststellungsbeschluss (also die »Baugenehmigung«) vom 8. Juni 1979 gab es nicht weniger als 5.724 Klagen. Natur-»Schützer« entdeckten in dem zuvor eher unbekannten Baugebiet »Erdinger Moos« plötzlich ein einzigartiges Biotop und stilisierten den Flughafenbau zur Frage von Sein oder Nichtsein hoch. Von 1981 bis 1985 erreichten die Flughafengegner auf juristischem Wege einen vierjährigen Baustopp;


Passagieraufkommen des Flughafens München II

Erst 1992 konnte der Flughafen in Betrieb gehen. Bei den Millionen Urlaubern und Geschäftsleuten, die den modernen Airport heute jährlich nutzen, sind diese Vorgänge längst vergessen. Das Verkehrsaufkommen wuchs auch noch in jüngster Zeit: Im Jahr 2007 reisten 156 Prozent mehr ausländische Übernachtungsgäste mit dem Flugzeug in die Region München als noch im Jahr 2002 und gaben dabei 1,8 Milliarden Euro aus (plus 131 Prozent gegenüber 2002). Stand die Region München im Jahr 2002 bei »ausländischen Luftverkehrseinreisenden« noch auf Platz vier, ist sie seit 2007 nach der Region Berlin das zweitbeliebteste Reiseziel. Darüber hinaus ist der Flughafen München heute mit rund 30.000 Mitarbeitern Bayerns zweitgrößte Arbeitsstätte.



Transrapid: Selektive Bürgerempörung
Da die beiden kräftig schlagenden Herzen Flughafen München II und Landeshauptstadt nur durch zwei dünne Äderchen verbunden sind (nämlich zwei beschauliche S-Bahn-Linien, die für den Weg zwischen der Stadt und dem Flughafen glatt die Zeit eines Inlandsfluges benötigen), plante man, den Airport ab 2012 mithilfe der Magnetschwebebahn Transrapid an die Stadt anzubinden. Kosten: 3,4 Milliarden Euro. Doch insbesondere der Münchner SPD-Oberbürgermeister Christian Ude und seine Koalitionspartner von den Grünen entfachten einen regelrechten Aufstand gegen das Projekt – dieselben Grünen, die heute unbedingt Stuttgart 21 zu Fall bringen wollen. In Zeiten allgemeiner Demo-Müdigkeit brachte es ein breites Bündnis aus SPD, Grünen, Linken und Gewerkschaften fertig, am 3. November 2007 in München 13.000 Menschen auf die Beine zu bringen: Und zwar nicht gegen die neoliberale Bundesregierung in Berlin, nicht gegen die kriminelle Zockermentalität der Banken, nicht gegen steigende Inflation und sinkende Kaufkraft, nicht gegen die Kriege in Afghanistan und im Irak, nicht gegen die zunehmende Beschnüffelung der Bürger, nicht gegen das G8-Gymnasium, nein, sondern gegen den Transrapid – woran man bereits die selektive Steuerung der Bürgerempörung erkennen kann.



Anti-Transrapid-Propaganda

Auf dem Demo-Plakat erschien der Zug in den klassischen Propagandafarben schwarz, rot, weiß und trug eine aggressive Fratze mit bösen Schlitzaugen. Während die gesamten Verluste der deutschen Banken in der Kreditkrise im April 2008 auf den Gegenwert von etwa 20 Transrapids (70 Milliarden Euro) geschätzt wurden, war ein realwirtschaftliches Entwicklungsprojekt wie der Magnetschwebezug politisch nicht mehr durchsetzbar. Am 27. März 2008 verkündete der damalige bayerische Ministerpräsident Beckstein das Aus für den Transrapid.

»Wie viele solch unsinniger Großprojekte kann sich der Wirtschaftsstandort Deutschland noch leisten?«, fragt die Süddeutsche-Website im Hinblick auf Stuttgart 21. Gegenfrage: Wie viele solcher entwicklungsfeindlichen Kampagnen kann sich der Wirtschaftsstandort Deutschland noch leisten?

© 2010 Das Copyright für die Artikel von Gerhard Wisnewski liegt beim Autor.

Quelle: http://info.kopp-verlag.de/hintergruende...t-verboten.html

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