]Robben siedeln wieder vor Rügens Ostseeküste. Gestern entdeckten Urlauber ein Seehundbaby am Nordperd. Das Tier ist einen Monat alt, die Mutter hält sich ebenfalls vor der Küste auf. Göhren „Faszinierend“, kommentiert Urlauber Heiko Stange aus Chemnitz, während er das Robben-Baby nicht aus den Augen lässt. Er hat es gestern gegen 11 Uhr am Göhrener Strand beim Hövt entdeckt. „Erst lag die Robbe zwischen den Steinen im flachen Wasser, dann ist sie in aller Ruhe immer weiter an den Strand gerobbt“, berichtet der Urlauber, der mit seinem Sohn fortan Wache hielt, dass Urlauber und Hunde nicht zu dicht an das Tier herankamen. Die Robbe sei in der vergangenen Woche bereits mehrfach gesichtet worden, wie schließlich ein Rettungsschwimmer bestätigt. „Der Seehund muss etwa einen Monat alt sein“, schätzt Hilmar Schnick vom Biosphärenreservat Südost-Rügen, der sich sofort auf den Weg zum Strand machte, als er von der Robbe erfuhr. In der Vorwoche hat das Amt beim regulären Robbenmonitoring sieben Tiere vor der Rügener Küste entdeckt. Robbensichtungen in unserer Region sind keine Seltenheit mehr. Seit 2007 werden in regelmäßigen Abständen Tiere im Wasser entdeckt. Einige wenige Mal auch am Strand: Im Winter 2007/2008 wurde ein Seehund am Göhrener Südstrand beobachtet. Im Februar diesen Jahres lag eine männliche Kegelrobbe auf einem Stein am Nordperd. Im März wurde eine weitere Kegelrobbe tot am Strand von Sellin gefunden. Erstmals tummelt sich jetzt eine Babyrobbe am Strand. Das Jungtier liegt in der Sonne und ruht sich aus. An den zahlreichen Urlaubern scheint sich den Seehund keineswegs zu stören. In einer Entfernung von etwa 100 Metern im Wasser konnte Hilmar Schnick die Mutter des Seehund-Babys mehrfach aus dem Wasser auftauchen sehen. „Dass sich die Mutter in einiger Entfernung aufhält, ist normal. Sie muss neue Nahrung finden. Das Säugen des Jungtieres schwächt sie“, erklärt er. „Es ist wichtig, dass die Menschen Abstand vom Robben-Baby halten. Sonst wird das Muttertier abgeschreckt, zum Tier zurückzukehren.“ Hilmar Schnick hofft auf die Vernunft der Einheimischen und Urlauber, die Tiere in Ruhe zu lassen. Er hat die Robbe aus der Nähe begutachtet und weiß: „Das Tier ist gesund. Es braucht keine Hilfe.“ Er rät den Urlaubern, derzeit keine Strandwanderungen am Nordperd zu machen und Hunde grundsätzlich anzuleinen. Schnick freut sich, dass sich die Robben wieder wohl fühlen vor der Rügenschen Ostseeküste. Seit Besonders während der Heringssaison tauchen die Tiere im Greifswalder Bodden auf. „Die Zeit jetzt ist eher ungewöhnlich“, weiß Schnick. Normalerweise verlassen die Tiere das Revier nach der Laichzeit der Heringe wieder. „Letztes Jahr hatten wir um diese Zeit keine einzige Sichtung“, sagt Hilmar Schnick. Ob sich das Robbenbaby mit seiner Mama längerfristig am Nordperd niederlassen wird, das kann Hilmar Schnick nicht einschätzen. „Es ist zumindest nicht auszuschließen, dass die beiden auch weiterhin zu beobachten sind.“ Quelle: http://www.ostsee-zeitung.de/lokal/index...news&id=2476908